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Potenzialanalyse

Die Potenzialanalyse soll helfen, die Ansatzpunkte für die Umsetzung von Maßnahmen zu identifizieren. Dabei wird untersucht, in welchen Bereichen unter realen – wirtschaftlich tragfähigen – Bedingungen Möglichkeiten zur Energieeinsparung, zur effizienteren Nutzung von Energie, zur Nutzung von Erneuerbaren Energien, also zum Einsparen von CO2 bestehen. Um dabei die bereits vorliegenden Arbeiten des Runden Tisches nicht aus den Augen zu verlieren, orientiert sich die Potenzialanalyse so weit wie möglich an den vorgeschlagenen Maßnahmen. Zur Orientierung werden diese Vorschläge jedem Kapitel vorangestellt. Eine fundierte Berechnung jeder einzelnen Maßnahme ist jedoch aufgrund der Datenlage und den Anforderungen an ein Integriertes Klimaschutzkonzept weder möglich noch sinnvoll. Die Vorschläge werden daher gebündelt.

Die untersuchten Sektoren haben dabei folgende Potenziale im Überblick zu Tage gebracht:

Private Haushalte

Die meiste Energie wenden private Haushalte in Damme in aller Regel für die Gebäudeheizung – überwiegend für Gas – auf. Insofern ist die energetische Gebäudesanierung ein zentraler Ansatzpunkt für Energieeinsparmöglichkeiten.

Knapp 85% der 4.533 Wohngebäude in Damme sind freistehende Häuser. Diese Tatsache deutet auf eine hohe Quote an selbstgenutzten Eigenheimen hin. Dementsprechend bedarf es für die Ausschöpfung des CO2-Einsparpotenzials begleitender Maßnahmen zur Information und Sensibilisierung der privaten Eigentümer.

Wirtschaft

Der Wirtschaftssektor in Damme ist im Vergleich zu anderen Städten gleicher Größe überdurchschnittlich ausgeprägt. Die Unternehmen in den Bereichen Handel, Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen sowie Landwirtschaft stellen insgesamt fast 7.500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zur Verfügung. Besonders im produzierenden Gewerbe mit seinen rund 4.000 Arbeitsplätzen ergibt sich daraus ein hoher Energiebedarf. Das stellt das vorliegende Klimaschutzkonzept vor die besondere Herausforderung, dass regionale oder nationale Erfahrungswerte und aggregierte Durchschnittsangaben über den Energieverbrauch und Einsparpotenziale nicht direkt auf Damme übertragbar sind. Des Weiteren ergibt sich die Schwierigkeit des Datenschutzes, denn vor allem die 3 größten Unternehmen in Damme sind für den hohen Energiebedarf verantwortlich. Aus Datenschutzgründen stellen die Energieversorger keine konkreten Zahlen zur Verfügung, sodass Schätzdaten verwendet werden müssen.

Mobilität

Der Runde Tisch schlägt u.a. ein Radverkehrskonzept und den Ausbau des Radwegenetzes vor. Beide wären Bestandteil des ebenfalls vorgeschlagenen Mobilitätskonzeptes. Um das Potenzial zur Vermeidung von CO2 zu ermitteln, analysieren wir im Folgenden das Einsparpotenzial, wenn der motorisierte Individualverkehr (MIV) auf das Rad / den Fuß oder den ÖPNV verlagert wird. Damit dies gelingt, wird ein Bündel an Maßnahmen erforderlich sein. Das quantitative Potential einzelner Maßnahmen lässt sich nur unter sehr vagen Annahmen treffen, da es stark von individuellem Verhalten abhängt. Der Wert des Autos als Statussymbol wird weniger, ist aber nicht zu unterschätzen.

Aus den Vorschlägen des Runden Tisches ergibt sich für die Potenzialanalyse die grundsätzliche Überlegung, möglichst viel Verkehr vom PKW auf den Fuß- und Radverkehr und den ÖPNV zu verlagern. Für die unvermeidlichen PKW-Fahrten wird untersucht, wie durch die Nutzung sparsamer Fahrzeuge und entsprechendem Fahrverhalten der CO2-Ausstoß gesenkt werden kann.

 

Erneuerbare Energien

Die Potenzialanalyse für die Erneuerbaren Energien geht davon aus, dass die erzeugte Energie direkt oder indirekt in Damme genutzt wird, dadurch konventionelle Energieträger ersetzt und somit den CO2-Austoß mindert. Theoretisch lässt sich gerade im ländlichen Raum sehr viel Energie durch Sonne, Wind, Biomasse, Wasser etc. produzieren. Das natürliche Potenzial ist somit sehr hoch anzusetzen.
Allerdings hat sich gerade in Damme gezeigt, dass durch die realen rechtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen nur ein Bruchteil dieses Potenzials tatsächlich verwirklicht werden kann. Deshalb ist eine kurze Betrachtung der rechtlichen sowie der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sinnvoll.

Verwaltung

Der Anteil der städtischen Liegenschaften und Infrastruktureinrichtungen in Damme am Gesamtenergieverbrauch beträgt weniger als 1%. Dennoch soll auf diesen Aspekt näher eingegangen werden, da die Stadt hier die größten Handlungsmöglichkeiten hat. Zudem kann sie mit gutem Beispiel vorangehen und so möglicherweise auch Privatleute und Firmen zum Handeln motivieren.

Betrachtet man lediglich den Stromverbrauch in den städtischen Liegenschaften, wie in Abbildung 311 dargestellt, so wird deutlich, dass der Stromverbrauch im Bereich der Schulen mit 531,607 MWh allein 42 % des gemeindlichen Stromverbrauchs ausmacht und die Straßenbeleuchtung mit den Ampelanlagen mit 415,086 MWh für weitere 33 % verantwortlich sind.

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